Pfingsstörn 2025
Ein etwas anderer Pfingsttörn, der dreitägige Ausflug des Altnauer Segel- und Motorbootclub begann dieses Jahr am Samstag um 10 h mit der Steuermannsbesprechung in unserem Clublokal «Wellenbrecher» bei Gipfeli und Kaffee.
Urs erläuterte den Törn der uns dieses Jahr am Samstag nach Sipplingen und am Sonntag nach Wallhausen führte.
Die Wetterprognosen waren für Samstag regnerisch, für Sonntag waren heftige bis stürmische Winde und für Montag Sonnenschein angesagt. Der Wetterbericht sollte sich noch bewahrheiten.
Um 11 h stachen dann 8 Boote in den Bodensee Richtung Westen.
Bis zur Fährlinie Konstanz-Meersburg war kaum Wind weshalb die Motoren zum Einsatz kamen. Ab der Fährlinie kam allmählich ein nettes Lüftchen aus Süd-West auf, sodass schön am Wind Richtung Sipplingen gesegelt werden konnte.
Noch nicht in Sipplingen eingetroffen folgte die nächste Front, sodass alle ihre Regenklamotten testen konnten.
Nachdem alle Boote ihren zugeteilten Liegeplatz eingenommen hatten konnten wir noch eine schönen Apero unter dem Vereinsschirm geniessen.
Das Abendessen war in der Pizzeria «Riva». Unsere Tische waren reserviert, die Speisen wurden zügig serviert. Nebst netten Gesprächen wurden die italienischen Spezialitäten genossen.
Schon in der Nacht wurde der eine oder andere durch schlagende Fallen geweckt, der angekündigte Wind fing gegen Morgen an zu blasen.
Am Morgen hatten wir dann schon gute 20 Knoten Wind aus Süd-West, mit zunehmender Tendenz.
Nach der Steuermannsbesprechung frischte der Wind nochmals auf, Schaumkronen überdeckten den See vor Sipplingen.
Beim Auslaufen zogen die ersten vorsichtig das Gross mit maximalem Reff. Ein Fetzen Fock dazu und schon ging die Fuhre ab wie Schmitts Katze. Mit teilweise flatternden Segel und sich tief verneigten Boote in den Wenden wurde gesegelt. Die Böen übertrafen 30 Knoten, und so konnte jeder und jede die Grenzen der Boote und seiner Fähigkeiten ertasten.
Edi und Rosmarie waren mit ihrer Marina mitten auf dem See und verfolgten das Geschehen der Segelboote auf dem Wasser, jederzeit bereit einzugreifen und Hilfe zu leisten.
Herzlichen Dank für den «Safety Einsatz».
Im Laufe des Nachmittags sind dann alle Boote gut in Wallhausen angekommen. Ralf, der Hafenmeister von Wallhausen begrüsste uns herzlich und jeder bekamen seinen zugewiesenen Liegeplatz.
Urs kam dann auf die glorreiche Idee, man könnte den Nachmittag noch damit verbringen um in den Burghof über Wallhausen zu laufen um dort den Apero einzunehmen. Wir wählten den Weg am Ufer entlang, der zwar gesperrt und mit «Lebensgefahr» beschildert war. Was solls, wir zogen los, so ein Schild steht ja eh nur zur Haftungsbeschränkung da .... . Tatsächlich war der Weg dann etwas nass und glitschig, später eher steil, dann folgten Passagen mit quer liegenden Bäumen und kaum begehbarem Weg. Ein paar ASC-ler drehten um, die anderen zogen mutig weiter, besser gesagt, kletterten, rutschten und krochen weiter. Marek verlor als Erster den Halt unter den Füssen und benutze den Steilhang Richtung See als Rutschbahn.... Mit Ästen und helfenden Händen wurde Marek auf den nicht vorhandenen Weg zurück geborgen. Georgs Sandalen hielten der Belastung kaum noch Stand, die Socken hatten längst «Tarnfarbe» angenommen. Es kam wie es kommen musste, wir blieben stecken, die einen auf einem Baum, die anderen am matschigen Abgrund. Also doch Rückzug. Mit gegenseitiger Hilfe, Ästen als Stöcke und Haltestab begannen wir den Rückzug. Jeder half dem anderen, gemeinsam kehrten wir letztendlich unversehrt zurück.
Der Zusammenhalt auf dem See und bei unserem «Kletterausflug» war mehr als ein
Vereinsausflug, jeder war für den anderen da und es wurde Kameradschaft und Hilfsbereitschaft gelebt. Ein Hoch auf alle die dabei waren.
Der Abend im Landhotel Wallhausen war dann das kulinarische Highlight.
Nicht dass unser Tisch nur weiss eingedeckt war, auch eine Speisekarte wurde für unser Abendessen gedruckt.
Alexander, der Wirt und sein Team kochten dann für jeden das von ihm gewählte Menü mit Passion und Hingabe, unser Kellner servierte flink und professionell, der Abend war der kulinarische Höhepunkt.
Am Sonntagmorgen traten wir dann den Rückzug an. Mit einer leichten Brise begann der Heimweg, an der Fährlinie verfiel der Wind jedoch in einen Tiefschlaf.
Nach guter Ankunft in Altnau wurde dann noch der inzwischen traditionelle «Absacker» im Wellenbrecher eingenommen.
Der intensive, abwechslungsreiche und sehr schöner Pfingsttörn wird in Erinnerung bleiben. Ein Dankeschön an alle Beteiligten, jeder und jede hat zu dem tollen Ausflug beigetragen.
Urs, 12. 6. 25